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Arbeitsgelegenheiten (AGH)

Gemeinwohlarbeit, auch als Arbeitsgelegenheiten oder als „Zusatzjobs“ oder fälschlich als "1-Euro-Jobs" bezeichnet, sind Eingliederungsleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) für Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen.

 

Die Zuweisung in eine Arbeitsgelegenheit obliegt dem persönlichen Ansprechpartner im Jobcenter. In der Regel wird der Einsatz in Gemeinwohlarbeit im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung festgelegt.

Gemeinwohlarbeit ist zusätzlich, dient dem Gemeinwohl, ist im öffentlichem Interesse und wettbewerbsneutral. Sie ersetzt kein reguläres Beschäftigungsverhältnis, auch keinen Mini-Job und verhindert auch nicht  die Neueinrichtung eines regulären Arbeitsplatzes.

Vorrangiges Ziel der öffentlich geförderten Beschäftigung ist, den erwerbsfähigen arbeitslosen Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu führen und die Erwerbsfähigkeit der arbeitslosen Menschen aufrecht zu erhalten bzw. (wieder) zu erlangen. Durch Gemeinwohlarbeit können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre beruflichen und persönlichen Erfahrungen und Kompetenzen erweitern, Kontakte knüpfen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

 

RDW bietet Arbeitsgelegenheiten in den Bereichen Holzwerkstatt, Werkstatt mit Außeneinsätzen und Humanitäre Hilfen an.


Ortenberg, Kaolingrube
AGH Holzwerkstatt und Humanitäre Hilfen
 

In der Werkstatt bieten wir den Mitarbeitenden in Gemeinwohlarbeit (Arbeitsgelegenheiten) eine sinnvolle Beschäftigung, die dem Naturschutz dient und/oder Menschen in Notlagen unterstüzt. Die Mitarbeitenden fertigen Nisthilfen und Futterstellen für verschiedene Tier- und Vogelarten und erledigen einfache Holzarbeiten für Natur und Umwelt und für soziale Einrichtungen.  In der AGH Humanitäre Hilfen werden Gebrauchsgegenstände wie z.B. Kinderspielzeug, Kinderkleidung, Haushaltsgegenstände etc. für Menschen in Notlagen repariert, hergestellt, gelagert und abgegeben.


Die Tätigkeit ist auch geeignet für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt leistungsfähig sind oder aufgrund von Arbeitsentwöhnung langsam wieder an eine Vollzeit-Belastung herangeführt werden sollen. Besonders gefördert werden folgende Bereiche:

  • Erhalten bzw. Erlernen einer Tagesstruktur
  • Ausdauer und Belastbarkeit
  • Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Flexibilität
  • Erweiterung individueller Kenntnisse und Fertigkeiten
  • Soziale Kompetenzen
  • Einfügen in berufliche Strukturen

 

Eine Grundqualifikation ist dank fachlicher Anleitung nicht erforderlich. Neben der praktischen Arbeit werden die Mitarbeitenden durch die Betriebssozialarbeit von RDW beraten und betreut (Sozialpädagogische Betreuung).


Vorschläge und Ideen der Teilnehmer/innen werden soweit wie möglich bei der Auswahl und Umsetzung der Arbeiten berücksichtigt. Diese Form der Partizipation steigert die Motivation der Mitarbeitenden und fördert die sozialen Kompetenzen.


Werkstatt mit Außeneinsätzen

 

Ortenberg, Kaolingrube

Mitarbeitende mit entsprechender Leistungsfähigkeit leisten neben der Tätigkeit in der Holzwerkstatt an zwei Tagen in der Woche Außeneinsätze im Bereich Grünpflege.

 

Diese Arbeiten dienen dem Naturschutz. Unter fachlicher Anleitung werden naturnahe Pflege- und Erhaltungsarbeiten im Landschaftsschutz und Erholungswald durchgeführt, wie z.B.

  • Gras-, Baum- und Strauchschnitt unter fachlicher Anleitung
  • Beseitigung von Altholz, wo es aus Gründen des Naturschutzes unerwünscht ist, z.B. zur Prävention vor Borkenkäfer-Befall
  • Entbuschung von speziellen Lebensräumen für Tiere und bedrohte Pflanzenarten
  • Freistellungsarbeiten
  • Pflegearbeiten an Bäumen und Sträuchern
  • Erhaltungsarbeiten an Lehrpfaden und Wanderwegen, Bruchholz und Reisig von Wanderwegen und aus Gräben entfernen

 

Holzzaun aus Ästen

Einen besonderen Stellenwert haben die Einsätze in den sog. „FFH-Gebieten“, das sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen. Durch den Einsatz der Mitarbeitenden werden wildlebende und bedrohte Arten und deren Lebensräume und damit die biologische Vielfalt geschützt und gesichert. Beispielhaft seien hier genannt: alte Wacholder, Heide- und Kartäuser-Nelke, Orchideen, aber auch Feldhamster und bestimmte Schneckenarten.

Die Tätigkeiten in öffentlichen Forst- und Naherholungsgebieten dienen dem Landschafts- und Naturschutz, weil hier Altholz auch an schwer zugänglichen Stellen entfernt werden kann, wenn es aus Sicht des Naturschutzes sinnvoll und notwendig erscheint, z.B. zur Prävention von Borkenkäferbefall.

 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Einsätzen im „Friedberger Begegnungsgarten“. Wir wollen gemeinsam einen Ort schaffen, der nachhaltig die Begegnung und Verständigung von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten und sozialer Schichten fördert. Die Aufgaben der Mitarbeitenden von RDW in der Einsatzstelle werden die Bodenverbesserung und die Bodenvorbereitung durch das Einbringen von Gründung, die Ausbringung von Kompost und Fräsarbeiten sein. Außerdem werden Wege angelegt, eine Benjeshecke (weiter-) gebaut und ein Kompost aufgebaut und umgesetzt. Sobald es die Witterung erlaubt wird mit der Aussaat und dem Pflanzen von Gemüse (z.B. Bohnen, Kohlrabi, Zucchini), Kräutern und Beeren begonnen werden.“


Sozialpädagogische Betreuung

 

Die Sozialpädagogische Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsgelegenheiten bei RDW, denn dieTeilnehmer/innen haben vielfältige Probleme, die eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt erheblich erschweren oder gar verhindern.

 

Neben einem ausführlichen Erstgespräch und Gruppengesprächen werden zahlreiche und regelmäßige Einzelgespräche mit den Teilnehmer/-innen geführt. In offenen Sprechstunden haben die Teilnehmer/-innen auch die Möglichkeit, von sich aus auf die Betreuungsperson zuzugehen, um persönliche Anliegen zu besprechen. Soweit nötig, z.B. bei häufigen, langen Fehlzeiten, wird die sozialpädagogische Begleitung auch im Sinne aufsuchender Sozialarbeit wahrgenommen. Die sozialpädagogische Betreuung ist als „Kümmerer“ zu verstehen, den die Menschen bei allen Fragen, in denen sie Unterstützung brauchen, ansprechen können. Bei Bedarf (z.B. Sucht, familiäre Probleme, Schulden, drohende Wohnungslosigkeit) kooperieren wir mit den entsprechenden Fachdiensten.

 

Die sozialpädagogische Begleitung beinhaltet u.a.:

  • Erstgespräche mit Teilnehmer/innen
  • Förderplangespräche
  • Einzelgespräche
  • Information des persönlichen Ansprechpartners über den Maßnahmeverlauf
  • Abschlussberichte
  • Offene Sprechstunden
  • Krisenintervention
  • Berufsqualifizierende Sprachförderung

  • Qualifizierungsangebote Deutsch und Mathematik

  • Qualifizierungsangebote zu sozialen Kompetenzen und weiteren Themen

  • Qualifizierungsangebote zu sozialen Kompetenzen
  • Gesundheitsorientierte Angebote mit Schwerpunkt Sucht
  • Weitere Unterstützung, sofern gewünscht oder erforderlich

Siegel

Geprüfte Weiterbildungs-einrichtung

des Vereins Weiterbildung Hessen e.V.

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nach dem Recht der Arbeitsförderung

 

 

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